About

Biographie

Musikerin und Initiatorin Diana Ezerex (sprich: diana éserex) aus Karlsruhe ist eine Macherin par excellence. Sie kombiniert ihre kreativen und sozialpädagogischen Skills, um damit ein gerechteres Morgen zu schaffen. „Ich bin überzeugt, dass wir ein faireres Miteinander gestalten können, wenn wir uns mehr reflektieren und unser Verhalten hinterfragen.“

Diana lernte von klein auf Blasinstrumente wie Blockflöte und Saxofon. Um sich selbst jedoch begleiten zu können, brachte sie sich autodidaktisch das Klavier- und Gitarrenspiel bei. Auch eigene Songs schrieb sie schon sehr früh. Der erste Soloauftritt folgte jedoch erst zum Abschlusskonzert ihrer Schullaufbahn.

Mit 17 hat Diana ihr Abitur in der Tasche, zieht für ein FSJ von zuhause aus und studiert Medien-, Sozial- und Betriebspädagogik in Magdeburg, Großbritannien und Brasilien. Die erste Tour folgte 2016: Von Berlin bis Biberach spielte sie in zehn Städten. Sechs Monate später spielte Diana neben Clubs, Cafés und Wohnzimmern auch zum ersten Mal hinter Gittern.  „Ich war fasziniert von der Parallelwelt Gefängnis und wollte den Menschen dort begegnen. Meine Musik war der Türöffner dafür.“ 

Die intensiven Eindrücke verarbeitete Diana in Songs, die dort und auch vor allem für die Gesellschaft Relevanz haben. Daraus entstand Dianas Debütalbum „My  Past’s Gravity“ (VÖ 25.06.21) und ein darauf basierendes interdisziplinäres Projekt. Gemeinsam mit zahlreichen Kreativschaffenden aus ganz Europa entstehen unter anderem Theaterstücke, Videos, ein Remixalbum, ein Buch, Kurzfilm und eine Benefizaustellung, welche auf verschiedenen Ebenen durch unterschiedliche Medien soziale Missstände aufzeigen.

Offsite Melange - My Past’s Gravity Popmusik & Gesellschaftskritik

Seit Mai 2017 spielt Diana Ezerex ehrenamtlich Konzerte in Gefängnissen im deutschsprachigen Raum. Beim Popkurs Hamburg wurde sie dazu inspiriert, über die gemachten Erfahrungen und die Themen, die im Zusammenhang mit dem Gefängnis stehen, ein Album zu schreiben. Ihre Liedtexte und auch die Kompositionen befassen sich mit Themen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft/Perspektive, beschreiben gesellschaftliche Ursachen und Herausforderungen, die dazu führen, dass Kinder nicht lernen, Probleme gewaltfrei zu lösen. Auch Themen wie Mental Health, Suizid, Akzeptanz und Zurechtfinden in der Gesellschaft werden angesprochen. Aus der Auseinandersetzung mit dem Setting Gefängnis entstanden Songs, die nicht nur dort sondern auch und vor allem für Gesellschaft allgemein Relevanz haben. Die Musik bewegt sich zwischen (Urban) Pop, Hip-Hop/Trap & Soul.

Unter ihrem Projekt „Offsite Melange“, bei der sie Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen als Teil deren essentieller Heterogenität miteinbeziehen möchte, arbeitet die Sängerin & Songwriterin auf Grundlage des Albums an einem Buch, in dem die Liedtexte abgedruckt sind, dazu deren jeweiligen Hintergrundgeschichte, Inspirationsquellen, Intentionen bei der Wortwahl etc. Vor allem aber, als herausragenden Teil des Buchs: autobiografische Kurzgeschichten & lyrische Beiträge sowie Illustrationen von Insass:innen. Diana Ezerex möchte mit dem Buch Gefängnisinsass:innen eine Möglichkeit geben, ihre Geschichte zu erzählen.

Das Album wird system- und gesellschaftskritisch. Im Zusammenhang damit möchte die Musikerin und Pädagogin (Studium B.A. Bildungswissenschaft und derzeit M.A. Kulturvermittlung an der pädagogischen Hochschule in Karlsruhe) kreative Musik-Workshops für Jugendliche konzipieren, die sich mit Gewalt- und Suchtprävention auseinandersetzen. Außerdem sollen Musikvideos zu jedem Song, ein Theaterstück und Kurzfilme die Themen greifbarer und auf verschiedene Arten und Weisen zugänglich machen. Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit Jugendorchestern aus ganz Deutschland verschiedene Versionen der Songs entstehen, wodurch zum einen die aufgegriffenen gesellschaftlichen Themen direkt an eine junge Zielgruppe getragen sowie eine Verbindung von Hoch- und Subkultur geschaffen werden soll. Dabei helfen soll auch eine Remix Version des ganzen Albums. Im Rahmen einer Benefizausstellung zum Thema Isolation soll Wort- und Zeichenkünstler:innen aus dem Gefängnis und außerhalb eine Plattform gegeben werden, ihre Gedanken und Kunst zu teilen. Der Erlös kommt künstlerischen Resozialisierungsmaßnahmen zugute.

In Zusammenarbeit mit Filmemacher:innen, Regisseur:innen, Musiker:innen, Produzent:innen, Autor:innen, Redakteur:innen, Grafikdesigner:innen und Pädagog:innen aus ganz Europa entsteht so ein künstlerisch breit aufgestelltes Projekt, welches auf verschiedenen Ebenen durch unterschiedliche Medien soziale Missstände aufzeigt. Ein Herzensanliegen der Künstlerin ist es, Jugendliche zu erreichen, ihnen Perspektive aufzuzeigen und damit die Gesellschaft, wenn auch nur ein kleines bisschen, zu verändern. Wie oben schon beschrieben, erhofft sie sich davon nachhaltige gesellschaftliche Veränderung, die aufzeigt, dass wir alle etwas dazu beitragen können, dass Menschen nicht “auf die schiefe Bahn geraten”. Dass wir alle etwas zu einer besseren Welt zu geben haben. Inspiriert durch das Gefängnis, das ein sehr ehrlicher Spiegel der Gesellschaft ist (Leo Tolstoi), sollen allgemeine gesellschaftliche & strukturelle Themen verarbeitet, veranschaulicht und zu Veränderung bewegt werden.